
Ein STMG-Absolvent, der Notar werden möchte, steht vor einem Weg, der für juristische Profile konzipiert ist. Keine Rechtskurse in der Schule, keine juristische Dissertation im Programm, und dennoch die gleichen Prüfungen wie die Inhaber eines allgemeinen Abiturs abzulegen. Die Frage ist nicht, ob es möglich ist, sondern genau zu verstehen, welchen Weg man einschlagen und was man ausgleichen muss.
Recht ohne klassische Lizenz nachholen: die Strategie BTS Notariat nach einem STMG-Abitur
Oft wird die Rechtslizenz als zwingender Übergang betrachtet. Für einen STMG-Absolventen ändert der BTS Notariat die Situation. Diese zweijährige Ausbildung, die über Parcoursup zugänglich ist, legt die Grundlagen des Immobilienrechts, des Familienrechts und der Erstellung von Urkunden, ohne dass allgemeine juristische Vorkenntnisse erforderlich sind.
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Das Programm umfasst das Zivilrecht, das Handelsrecht und die notarielle Praxis. Die STMG-Absolventen kommen mit einem oft unterschätzten Vorteil: ihrer Beherrschung von Management und wirtschaftlichem Umfeld. Die Themen, die mit der Buchhaltung von Kanzleien, der Besteuerung von Übertragungen und der Berechnung von Erbschaftssteuern verbunden sind, sind ihnen vertrauter als einem allgemeinen Abiturienten.
Diejenigen, die die Studiengänge für Notare nach dem Abitur vertiefen möchten, finden im BTS Notariat einen strukturierten Einstieg, mit Praktika in Kanzleien, die es ermöglichen, bereits im ersten Jahr praktische Erfahrungen zu sammeln.
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Ein wichtiger Punkt bleibt das Niveau in schriftlichem Ausdruck und juristischer Methodik. Die Prüfungen im allgemeinen Recht setzen eine Analysefähigkeit voraus, die das STMG-Abitur nicht auf dem gleichen Niveau wie das allgemeine Abitur trainiert. Darauf kommen wir weiter unten zurück.
Berufslizenz im Notariatswesen: die entscheidende Stufe nach dem BTS

Nach dem BTS Notariat stellt die Berufslizenz im Notariatswesen das Schlüsseljahr dar. Angeboten von mehreren Universitäten (darunter Lyon 3, die sie auch aus der Ferne anbietet), ermöglicht sie den Erwerb eines von der Branche anerkannten Diploms und den direkten Zugang zu einer Stelle als Notarassistent.
Für ein STMG-Profil ist diese Berufslizenz aus zwei Gründen strategisch wichtig. Sie festigt die juristischen Kenntnisse des BTS und öffnet gleichzeitig den Weg zum höheren Diplom. Es ist der letzte Moment, um zu entscheiden, ob man Assistent oder Notar werden möchte.
Die Ausbildung wechselt zwischen vertieften Notariatsrechtskursen und Phasen in der Kanzlei. Die Rückmeldungen hierzu variieren, aber die Studenten aus STMG berichten in der Regel, dass das Jahr in Erbrecht und Gesellschaftsrecht sehr intensiv ist, zwei Fächer, in denen die Grundlagen des BTS nicht immer ausreichen.
Zugang zum DESN nach einem STMG-Weg: den Mangel an juristischer Kultur ausgleichen
Das Diplom für höhere Studien im Notariat (DESN), das von Ausbildungszentren für notarielle Berufe wie dem INFN vergeben wird, ist der berufliche Weg, um Notar zu werden. Der andere Weg, der akademische, führt über einen Master im Notariatsrecht. Beide führen zum gleichen Ergebnis, aber der berufliche Weg passt besser zu STMG-Profilen, die ihren Weg über den BTS und dann die Berufslizenz aufgebaut haben.
Das konkrete Problem: Die Kandidaten für den DESN stehen in Konkurrenz zu Absolventen eines Master 1 in Recht, die seit vier Jahren in juristischer Dissertation, Fallanalyse und allgemeiner juristischer Kultur ausgebildet wurden. Ein STMG-Absolvent, der über den BTS und dann die Berufslizenz gekommen ist, hat praktische Kenntnisse angesammelt, aber sein theoretisches Wissen bleibt dünner.
Drei Hebel, um gegenüber klassischen juristischen Profilen auszugleichen
- Die juristische Methodik eigenständig im BTS erarbeiten: Üben Sie die Fallanalyse und die Zusammenfassungsnotiz, auch wenn diese Übungen nicht formell im Programm stehen. Lehrbücher zur Methodik für das erste Jahr Rechtswissenschaften reichen aus, um die Reflexe zu erwerben.
- Auf die Erfahrung in der Kanzlei setzen: Praktika und duale Ausbildung vermitteln Kenntnisse über Urkunden, Kunden und Verfahren, die Masterstudenten erst spät entdecken. In Vorstellungsgesprächen und bei Prüfungen macht dieser praktische Aspekt den Unterschied bei konkreten Fällen.
- Das Schuldrecht und das Sachenrecht parallel zur Berufslizenz stärken: Diese beiden Fächer bilden die Grundlage für fast alle Prüfungen des DESN. Ein STMG-Absolvent, der sie beherrscht, schließt die Lücke zu einem klassischen Universitätsprofil.
Der komplette Weg vom STMG-Abitur zum DESN dauert mindestens fünf Jahre nach dem Abitur: zwei Jahre BTS, ein Jahr Berufslizenz und dann zwei Jahre Ausbildung im DESN, einschließlich eines Praktikums in der Kanzlei.
Universitätsweg oder beruflicher Weg: welchen notariellen Weg mit einem STMG-Profil wählen

Der Universitätsweg setzt eine Rechtslizenz (drei Jahre) und dann einen Master mit dem Schwerpunkt Notariatsrecht (zwei Jahre) voraus. Für einen STMG-Absolventen bleibt die Rechtslizenz an der Universität über Parcoursup zugänglich, aber die Erfolgsquote im ersten Jahr ist für technologische Profile niedriger als für allgemeine Abiturienten.
Der berufliche Weg (BTS Notariat, Berufslizenz und dann DESN über das INFN) ist progressiver. Er ermöglicht eine frühzeitige Professionalisierung und die Validierung jeder Etappe mit einem Diplom, das auf dem Arbeitsmarkt einen Wert hat, selbst wenn man nicht bis zum Ende des notariellen Weges geht.
Konkrete Ergebnisse: Ein Inhaber des BTS Notariat kann in einer Kanzlei arbeiten. Ein Inhaber der Berufslizenz im Notariatswesen hat Zugang zu Positionen als Urkundenschreiber. Jede Stufe bietet einen konkreten Ausblick, was den Weg absichert.
Die Wahl zwischen den beiden Wegen hängt von der Einstellung zur theoretischen Ausbildung ab. Ein STMG-Absolvent, der sich mit langen schriftlichen Arbeiten und juristischer Abstraktion wohlfühlt, kann die Rechtslizenz anstreben. Wer es vorzieht, durch praktische Erfahrungen zu lernen und schrittweise voranzukommen, sollte die BTS- und dann die Berufslizenz-Route wählen.
Der Beruf des Notars bleibt für einen STMG-Absolventen zugänglich, vorausgesetzt, man wählt die richtige Abfolge von Ausbildungen und gleicht aktiv die Lücken in der juristischen Methodik aus. Der berufliche Weg, der weniger sichtbar ist als der klassische universitäre Weg, bietet einen strukturierten Pfad, bei dem jedes Zwischenzertifikat auf dem Arbeitsmarkt im Notariat zählt.